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Die dänische Regierung hat den Bau neuer Kohlekraftwerke verboten, um die CO2-Emissionen zu senken. Die Grundsatzentscheidung auf Vorschlag von Umweltminister Svend Auken stieß am Mittwoch in Kopenhagen sofort auf heftige Proteste der Industrie wegen der befürchteten Verteuerung von dänischer Energie. Die Umweltorganisation Greenpeace sprach dagegen von einem "großen Sieg für die Umwelt".
Die sozialdemokratisch geführte Minderheitsregierung reagierte mit ihrer Entscheidung umgehend auf Beschlüsse der EU-Umweltminister der letzten Woche, wonach das Land die eigenen Ausstöße an Treibhaus-Gasen, darunter auch CO2, bis zum Jahr 2010 ebenso wie Deutschland um 25 Prozent reduzieren muß. Das skandinavische Land gehört wegen seiner starken Abhängigkeit von Kohlekraftwerken mit 80 Prozent der Stromproduktion weltweit zu den Ländern mit dem höchsten Ausstoß an CO2 pro Einwohner.
Auken erklärte: "Es wird bei uns keine Anwendung von Kohle mehr geben, wenn die derzeitigen Werke nach und nach durch neue ersetzt werden müssen." Sofort nach Bekanntwerden des Grundsatzbeschlusses entschied die staatliche Energiebehörde, daß ein bisher geplantes Großkraftwerk in Arhus mit einem Anteil von 25 Prozent Kohle und 75 Prozent Biomassen nicht gebaut werden darf. Der dänische Industrieverband kritisierte die Entscheidung der Regierung als "kurzsichtig und perspektivlos", weil nun höhere Strompreise zu befürchten seien und die hochentwickelte Technologie bei der immer umweltfreundlicheren Nutzung von Kohle nicht mehr genutzt werde.
Dänemark hatte sich Anfang der siebziger Jahre grundsätzlich gegen den Bau von Atomkraftwerken entschieden und stattdessen ganz auf Kohleimporte gesetzt. Das Land gilt international als führend bei der Erforschung und Nutzung alternativer Energieformen wie Biomasse und Windkraft, die einen Anteil von zwei Prozent bei der Stromerzeugung erreicht hat.
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