Vor der Umweltausschusssitzung am Dienstag formiert sich der Widerstand auch in den Nachbarstädten gegen die Genehmigung des gigantischen Steag-
Kraftwerks in Walsum. Gegner: Technik ist veraltet
Was eigentlich nur gedacht war, eine Pommesbude zu errichten, der sogenannte Baulückenparagraf 34 des Bundesbaugesetzes, reicht in Walsum aus, um für 800 Mio Euro ein gigantisches Kraftwerk mit einer elektrischen Leistung von 850 Megawatt zu errichten. Und vielleicht sogar ein paar Kraftwerke mehr, befürchten inzwischen nicht nur Duisburger Grüne und die Bürgerinitiative sondern auch die Nachbargemeinden Dinslaken, Voerde und Rheinberg.
Wesentliche Kritikpunkte sind die fehlende Umweltver-träglichkeitsprüfung, der nicht vorhandene Bebauungsplan und die Missachtung des Abstandserlasses, weil der Kraftwerksgigant nicht nur einen Steinwurf von Alt-Walsum entfernt ist (1250 Meter) sondern auch von Orsoy, einem schnuckeligen Rheinberger Stadtteil direkt auf der gegenüberliegenden Rheinseite, der sich mühsam ein touristisches Profil aufgebaut hat. Aber, so befürchtet Jürgen Bartsch von den Grünen im Kreistag von Wesel und dem Rheinberger Stadtrat, Besucher werden nun nicht nur Vater Rhein in seinem Bett sehen sondern vor allem einen gigantischen Kühlturm von 181 Meter Höhe und 70 Meter Durchmesser, der die Silhouette der anderen Rheinseite erschlägt. Damit aber, so Bartsch, werde man kaum Touristen locken können.
Gemeinsam mit den Grünen aus den betroffenen Nachbargemeinden hoffen die Grünen im Stadtrat, in der Sitzung am Dienstag (16 Uhr, Rathaus am Burgplatz) durch ihre Einsprüche "das Schlimmste verhindern zu können", da die Bezirksregierung Düsseldorf zugesagt habe, die Einwände im Genehmigungsbescheid zu berücksichtigen. Man sei ja nicht gegen den Standort sondern gegen die Technik, die längst nicht mehr dem Stand der Technik entspreche. Man hoffe vielmehr auf eine umweltfreundlichere Anlagen mit 250 Megawatt-Blöcken.
Vorher, um 15 Uhr, startet auf dem König-Heinrich-Platz eine Protestdemonstration der Bürgerinitiative.